Ausstellung

Kramer-Witwen-Wohnung, Stube 1,Foto: Michael Zapf © Hamburg Museum

Foto: Museum für Hamburgische Geschichte/Michael Zapf


Die 1676 gebauten Reihenhäuser haben alle den gleichen Zuschnitt: Je zwei Wohnungen stehen spiegelgleich nebeneinander. Der Wohnbereich für eine Witwe verteilte sich auf zwei Ebenen. Im Erdgeschoss befanden sich neben dem Eingangsflur mit schmaler Treppe nach oben ein „kleines Wohnzimmer“ und eine enge Küche, die nur durch das zum Zimmer führende Innenfenster Tageslicht erhielt. Das erste Obergeschoss bestand aus der „guten Stube“ mit einer, von einem Alkoven umschlossenen, Bettstatt. Eine weitere Treppe führt ins Dachgeschoss, das zum Hof hin eine befensterte Luke hat, durch die der Brennstoff wie Holz und Torf befördert wurde. Eine Gemeinschaftstoilette befand sich am Ende des Hofes. Bis zur Installation von Wasserleitungen Ende des 19. Jahrhunderts wurden zwei Wasserpumpen genutzt.

Die beiden Häuserzeilen mit dem schmalen Gang dienten bis zur Restaurierung im Jahre 1968 als Altenwohnungen. 1974 übernahm das Hamburg Museum eine Wohnung und stattete sie mit Inventar im Stile des 19. Jahrhunderts aus. Sämtliche Einrichtungsgegenstände stammen nicht ursprünglich aus der Wohnung, illustrieren aber den Wohngeschmack einer nicht armen Mittelschicht. Die Gestaltung der Wände mit Schablonenmalerei entspricht alter Handwerkstechnik und wurde mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Maler- und Lackierermuseums ausgeführt.